TAG 7 – Im Traufbachtal

Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute mal etwas später los. Schließlich war das Motto für heute ja “Gemütliches Auslaufen & Entspannen”. Mit dem Bergsteigerbus ging es diesmal bis zum Christlessee. Im letzten Jahr waren wir ich schon einmal dort. An einem sehr grauen und veregnetem Tag. Das Waldhotel direkt am See war verlassen und wenn man durch die Fenster hineingesehen hat, sah es aus als hätten alle fluchtartig das Haus verlassen. Die Pflanzen waren vergilbt und teilweise stand noch Geschirr auf den Tischen. Irgendwie war die ganze Gegend da sehr unheimlich und erzeugte bei mir einen kalten Schauer auf dem Rücken. Der See selber ist nicht besonders groß, dafür aber glasklar. Man kann sogar an der tiefsten Stelle bis auf den Grund sehen. Im See liegen viele alte Baumstämme und der Weg um den See ist zugewuchert. Auch heute näherte ich mich dem See mit einem komischen Gefühl. Immerhin war das Wetter besser und so sah der See nicht mehr geheimnisvoll aus, sondern glitzerte in der Sonne. Sogar das Hotel hatte geöffnet, sah aber alles andere als einladend aus. Auf großen Schildern stand, dass das Restaurant nur für Hotelgäste zugänglich wäre und man eigentlich nicht erwünscht war. Ziemlich ungewöhnlich für diese Region. Wo hier doch immer alle so gastfreundlich sind. Aber ich hatte ja auch nicht vor mich hier länger aufzuhalten. So führte mein Weg an diesem wirklich schrecklichen Waldhotel auf der Forststraße vorbei in Richtung Spielmannsau. Schon nach wenigen Meter wurde alles wieder freundlicher und ich erreichte nach einer guten halben Stunde die Weggabelung in das höher gelegene Traufbachtal kurz vor Spielmannsau. Hier beginnt der Aufstieg durch einen kleinen aber schönen Tobel. Nach Ende des Tobels ist es dann auch nicht mehr weit bis zur Traufberg Alpe. Dort angekommen zog sich der Himmel immer mehr zu, so dass nur Zeit für eine kurze Rast blieb. Man hat die Möglichkeit noch ca. 30 Minuten weiter ins Tal bis zu den Wasserfällen zu gehen, aber da schon die ersten kleinen Regentropfen fielen, habe ich mich für den Rückweg entschieden. Also ging es wieder durch den Tobel, diesmal bergab. Unten angekommen wurde der Regen stärker. Dennoch wollte ich noch nach Spielmannsau. Von der Weggabelung sind es nur ein paar Minuten bis zu dieser kleinen Ansammlung einer handvoll Häusern fast am Ende des Trettachtals. In Sichtweite etwas weiter steht die Oberau Alpe. Diese ist schöner als der Gasthof in Spielmannsau, so dass ich dort eine längere Pause bei einem Stück Kuchen und einer Buttermilch einlegte. Immerhin hatte ich ja noch einen ca. 2 Stunden langen Rückweg bis Oberstdorf vor mir. Begleitet von einigen Regenschauern ging es zurück. Diesmal über die Via Alpina auf der anderen Seite des Flusses. Später vorbei am Renksteg und durch Loretto. Trotz Regen ein schöner Mittag. Heute Abend kommt dann der zweite Teil des Tages. Die “Entspannung”. Es geht wieder in die Therme, bzw. Sauna.

Noch mal zum Thema “Christlessee”. Mir lässt sowas ja immer keine Ruhe, daher habe ich gerade mal bei Wikipedia geschaut. Als ob ich sowas geahnt habe…

Vor rund 120 Jahren wurde in einem alten Sagenbuch ein Ereignis aufgeschrieben, das sich nicht genau datieren lässt: Glasbläser mit ihren Helfern sollen von der bei Venedig gelegenen Inselgruppe Murano losgezogen sein um nach besonderen Materialien für ihre Glaskunst zu suchen, und bald darauf soll ein hageres Männlein in sonderbarer Tracht am Christlessee aufgetaucht sein. Fortan soll dieses Männlein jedes Jahr eine Schaufel aus dem nahe gelegenen Haus geholt und feinen Schlamm geborgen haben. Diesen trocknete es und packte ihn dann in ein Taschentuch. Wenn es nach getaner Arbeit die Schaufel zurückgab, sagte es meistens: ‚So, jetzt hab ich wieder auf ein Jahr genug zum Leben.‘ Es wird erzählt, dass das sogenannte Venedigermännle neben Gold auch Kobalt gesucht habe. Mit diesem wird das zum Färben von Glas verwendete Blau hergestellt. – Im Trettachtal sagen die Leute, dass das Männlein damals Goldschlamm gefunden, der See das Kobalt aber scheinbar für sich behalten habe; das sehe man besonders im Sommer aus der Tiefe des Sees leuchten.

Auch sehr interessant: www.welt.de/regionales/muenchen/article13859216/Der-dunkle-Gebirgssee-der-niemals-zufriert.html

Hier nun endlich die Fotos:

Der mir unheimliche Christlessee

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Weiter in Richtung Spielmannsau

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Kurz vor Spielmannsau

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Aufstieg durch den Tobel ins Traufbachtal

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Alpe Traufberg

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“Grüß Gott”

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Nur ein kleines Stück weiter…

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… liegt die Alpe Oberau

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Kalte Buttermilch von den Kühen nebenan…

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Etwas geschützt vor dem Regen über die Via Alpina zurück nach Oberstdorf

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Loretto

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Bis morgen…

4 thoughts on “TAG 7 – Im Traufbachtal

  1. Das ist ja wirklich eine super Tour, die Du da machst! Wie schön die Natur dort ist! Aber der Christlesee ist wirklich ein bisschen unheimlich. Hast Du mal auf dem Bild die Wassereflexionen ein wenig vergrößert betrachtet?

    Liebe Grüße, Stefan

  2. Immer noch keinen Frieden geschlossen mit diesem See? Wolltest du auch diese Mal so schnell dort weg? 😉 Bis morgen 🙂

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