Letzter Tag – Adiéu Berge & Ruhe –

Etwas früher als eigentlich geplant geht es morgen in Richtung Heimat. Hier regnet es nur und der Fuß will nicht mehr lange Strecken laufen. Es war eine sehr lange und schöne Zeit, sowohl in Oberstdorf als auch hier in Schladming. Was ich alles erleben und sehen durfte ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es gab traurige, lustige, atemberaubende, entsetzte, gesellige, einsame und überraschende Momente. Für Alles bin ich sehr dankbar und demütig. Ich liebe die Berge und ich glaube, so langsam mögen sie mich auch…

Ich habe heute noch die Wandernadel abgeholt. Laut dem Herrn in der Touristeninformation sind über 450 Punkte rekordverdächtig. 🙂 Aber darum ging es mir ja zu keinem Zeitpunkt. Der Weg ist und war das Ziel… Ich komme bestimmt wieder, ich habe noch lange nicht alles gesehen und alle Touren gemacht.

Dann war ich heute noch in einer meiner Lieblingsalmen hier. Der Holdalm. Saugemütlich und sehr leckeres Essen. Es gibt dort keinen Strom. Alles wird mit Gas gemacht. Sogar die Lampen in der urigen Stube sind mit Gas betrieben.

Der Abschluss war dann ein Testspiel von Hertha BSC Berlin gegen Austria Salzburg in dem kleinen Stadion von Schladming. Die Berliner sind diese Woche hier im Trainingslager.

Servus bis zum nächsten Sommer in den Bergen.

A.

Tag 11 – Seewigtal – Steierischer Bodensee & Hans-Wödl-Hütte –

Um es gleich vorwegzunehmen: Dies war heute die letzte lange Wanderung in diesem Urlaub. Heute morgen waren die Schmerzen minimal, so dass ich optimistisch in den Tag gestartet bin. Vorsichtshalber hatte ich mir schon eine kurze Tour rausgesucht, aber es ist nicht sehr angenehm mit dem Fuß zu laufen. Wandern und Bergsteigen soll Spaß machen und kein Lauf auf rohen Eiern sein. Daher lasse ich ab jetzt die Vernunft walten und mache morgen definitiv keine Tour. Aber nun zu heute.

Der Morgen begann mit leichtem Regen. Erst als dieser aufgehört hatte bin ich am späten Vormittag ins Seewigtal gefahren. Am Ende des Tals ist ein Parkplatz, von dem man ungefähr 10 Minuten zum steierischen Bodensee läuft. Am See gibt es eine Forellenfarm und einen urigen Bootsverleih. Mein Weg führte mich aber halb um den See herum zum Anstieg zur Hans-Wödl-Hütte. Vorbei an einem großen Wasserfall geht es über Felsen und Steine steil bergauf. Nach circa einer Stunde hatte ich die Hütte erreicht. Es hatte zwar nicht mehr geregnet, aber im ganzen Tal hingen die Wolken sehr tief und es war sehr trüb und feucht. In der Hütte habe ich mich erstmal aufgewärmt und habe dann etwas gegessen. Neben der Hütte liegt der Hüttensee. Ausgangspunkt für viele weitere Wanderungen. Mit etwas Wehmut (gerne wäre ich noch weiter gegangen, aber mein Fuß will nicht mehr) habe ich mich dann wieder an den Abstieg gemacht und den Bodensee diesmal auf der anderen Seite umrundet.

Am steierischen Bodensee, mit Wassserfall aus dem Hüttensee

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Forellenhof & Bootsverleih

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Auf geht´s zur Hans-Wödl-Hütte

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Der höher gelegene Hüttensee, auch wieder mit Wasserfall aus dem Obersee

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Wieder eine Etage tiefer am Bodensee

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Schade, hätte gerne noch die eine oder andere Tour gemacht. Zum Guttenberghaus zum Beispiel, oder noch einmal auf den Dachstein Gletscher… Aber vielleicht ja in einem anderen Urlaub. Bis dahin… Vielen Dank für´s Begleiten 🙂

Bonus – Wanderpass –

Ich habe bei meinen Wanderungen und Touren immer fleißig Stempel für meinen Wanderpass gesammelt.

Als Erwachsener braucht man folgende Punkte:

Bronze: 120 Punkte

Silber: 160 Punkte

Gold: 200 Punkte

Ich habe gerade alle meine Punkte zusammen gezählt und komme auf 455 Punkte.

Da werde ich mir dann morgen mal die Goldene Wandernadel abholen. 🙂

Tag 10 – Giglachseen – Höhenweg zur Ignaz-Mattis-Hütte –

Da ich zu meinem Ausgangspunkt der heutigen Tour mit dem Auto fahren musste, hieß es wieder einen Rundweg zu erarbeiten. Das Wetter war heute morgen wunderschön. Blauer Himmel und angenehm warm. In den letzten Tagen war ja alles ein wenig gemütlicher, so dass ich genug Energie für eine lange und alpine Tour hatte. Zum Start fuhr ich bis zum Parkplatz der Ursprungsalm auf 1600 Meter. Von dort aus gelangt man zu den Giglachseen und der Ignaz-Mattis-Hütte innerhalb einer Stunde. Oder man nimmt einen langen Umweg in Kauf und läuft wie ich über den Höhenweg. Dazu muss man zunächst die Ursprungsalm hinter sich lassen und am Berg wieder aus dem Tal in Richtung Hochwurzen gehen. Der Weg führt zuerst über saftige Wiesen, ein kurzes Stück über eine alte Forststraße, und dann durch einen schattigen Wald hinauf bis zur Oberen Moarhofalm. Von dort aus geht es weiter aus dem Tal hinaus auf die etwas höher gelegene Obere Neudeckalm. An beiden Almen weidet Vieh, aber es gibt keinen Ausschank. Aber mit genug Wasser im Rucksack ist dies kein Problem. Nun folgt das steilste Stück des Tages. Der Aufstieg auf den Bergkamm am Hochfeldmandl auf rund 2000 Meter. Vom Parkplatz bis dort habe ich ungefähr 2 Stunden benötigt. An dieser Stelle wendet man sich wieder ins Tal hinein und läuft nicht den Weg weiter zum Hochwurzen, sondern begibt sich auf den Höhenweg zur Ingnaz-Mattis-Hütte. Als nächstes passiert man das Schiedeck, wo ich natürlich auch den Abstecher auf den Gipfel mitgenommen habe. Weiter geht es dann auf dem Bergkamm – mal bergab und mal bergauf – ungefähr 2 Stunden bis zu den ersten kleinen Bergseen. Irgendwann sieht man auch den Unteren Giglachsee und die Hütte am Ufer. Allerdings ist der Abstieg dorthin relativ steil und dauert noch einmal ca. 30 Minuten. Bis zum Mittagessen auf der Terasse der Ignaz-Mattis-Hütte war ich 5,5 Stunden unterwegs. Nach dieser Pause führte mich der Weg weiter am See entlang und an der Giglachseehütte am Oberen Giglachsee vorbei in Richtung Ursprungsalm zurück. Auf den letzten Metern gab es dann noch ein kleines Gewitter zur Abkühlung. Nach 7,5 Stunden saß ich wieder im Auto und machte mich auf den Heimweg.

Die Ursprungsalm

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Nicht rechts über den kurzen, sondern links auf dem langen Weg…

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Der komplette Dachstein ohne Wolken, ein seltener Anblick in den letzten Tagen…

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Auf der Oberen Moarhofalm

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Weiter über Stock und Stein…

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… zur Oberen Neudeckalm

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Nach dem steilsten Stück des Tages, auf dem Hochfeldmandl (2082m)

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Auf dem Schiedeckgipfel – 2339 Meter

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Weiter über den Kamm

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Die Ignaz-Mattis-Hütte und die beiden Giglachseen kommen in Sicht

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Ignaz-Mattis-Hütte

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Der Untere Giglachsee

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Die Giglachseehütte

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Wieder zurück an der Ursprungsalm

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Leider bin ich heute mit dem linken Fuß umgeknickt. Ich konnte die Tour noch zu Ende laufen, aber ich muss sehen wie es sich entwickelt. Vielleicht ist morgen ein Zwangsruhetag dran… 😦

Tag 9 – Dachstein – Austriahütte & Brandalm –

Gestern Abend und in der Nacht gab es hier ein heftiges Gewitter. Durch die Berge ist der Donner zehnmal lauter als im Flachland. Da ist man sehr froh, wenn man rechtzeitig daheim ist und sich die Decke über den Kopf ziehen kann. Heute Morgen gab es zwar noch ein paar Wolken, aber für den Tag war endlich wieder Sonnenschein angesagt. Pünktlich um 9:00 Uhr stand ich an der Flugschule “Aufwind” in Ramsau um den Gleitschirm-Schnupperkurz mitzumachen. Und Tobi, mein Pilot von gestern, war sogar der Fluglehrer. Insgesamt waren wir 9 SchülerInnen, aller Alterklassen. Ich durfte alleine einen Schirm benutzen, die anderen haben sich zuzweit je einen Schirm geteilt. Dies bedeutete für mich doppelt so viele Versuche, aber auch doppelt so oft den Schirm wieder den Hang hinauf schleppen. Fast 3 Stunden lang haben wir die ersten Schritte ausprobiert und am Ende ist jeder sogar ein paar Meter geflogen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, aber es war auch echt anstrengend. Gegen 12:00 Uhr war der Spaß vorbei. Mittlerweile war es sehr sonnig und warm geworden. Da ich ja schon in Ramsau war, bin ich dann bis zum Parkplatz am Gasthof Edelbrunn gefahren, um von dort aus noch eine kleine Tour zu starten. Ich hatte mich für eine Rundwanderung um den Brandriedel entschieden. Zuerst führt der Weg über einen kleinen Forstweg. Nach ca. 10 Minuten muss man sich für einen Aufstieg entscheiden. Gerne wäre ich den Jungfernsteig gegangen, aber es war schon relativ spät und sehr heiß. Der Vormittag war ja auch schon sehr anstrengend, so dass ich mich für die kürzere Variante über den Roseggersteig entschieden habe. Dieser ist zwar kürzer, aber trotzdem sehr steil. Durch den Wald geht es über Wurzeltreppen ungefähr eine halbe Stunde hoch zum Brandriedel und von dort aus sehr entspannt bergab zur Austriahütte. Im Keller der Hütte befindet sich das Alpin-Museum. Dies ist sehr klein, aber liebevoll gepflegt. Ein Besuch lohnt sich. Besonders interessant ist ein Buch, in das alle tödlichen Unfälle am Dachstein eingetragen sind. Es gibt Jahre, da passiert nichts, und es gibt Jahre, da sterben bis zu 10 Menschen am Berg. Irgendwie Gruselig, aber es zeigt einem auch wieder, dass man sehr viel Respekt vor den Bergen haben sollte. Nach einer Erfrischung auf der Terrasse, ging es weiter zur Brandalm. Diese liegt in unmittelbarer Nähe zur Austriahütte. Der Weg führt auch an einer Gedenkstätte für verunglückte Bergsteiger vorbei. An der Brandalm kam es dann wieder zu einer kleinen Zeitreise. Der Brunnen, bzw. die Tränke vor der Alm kam mir sehr bekannt vor. Hier war ich in den 1980er Jahren auch schon. Die Hütte der Alm wurde allerdings 2007 umgebaut. Der Abstieg erfolgt dann über eine Forststraße, vorbei am Dachsteinhaus. Auf dem Rückweg nach Schladming habe ich dann noch, auf Empfehlung, einen Zwischenstopp an der Jausenstation Gruberstuben gemacht. Diese hatte ich am Vormittag schon gesehen, da unmittelbar daneben der Übungshang der Flugschule ist.

Hier geht´s los…

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Am Brandriedel

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Ein kurzer Abstieg zur Austriahütte

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Brandalm

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Heute – 2014

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Gleiche Stelle – In den 80er Jahren 🙂

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Heute – 2014 

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Damals in den 80ern 🙂

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Bei schönstem Wetter geht es zurück ins Tal

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Der Blick auf Ramsau

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Das Dachsteinhaus

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Danke für den Tipp 😉

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Servus

Tag 8 – Tandemgleitschirmflug – (Vormittag)

Heute ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen und ich habe endlich einen Tandemgleitschirmflug machen können. Ich habe meinen Piloten, den Tobi, gegen Mittag an der Talstation an der Planaibahn getroffen. Gemeinsam und bepackt mit der ganzen Ausrüstung sind wir dann bis zur Bergstation gefahren. Für ihn war es bereits der 4. Sprung heute. Die Zeit in der Bahn haben wir genutzt um ein wenig über den Sport ansich und den Weg bis zum Selberfliegen zu sprechen. Wie der Zufall es will, ist Tobi wahrscheinlich auch der Fluglehrer morgen beim Schnupperkurs. Mal sehen. Oben angekommen ging es relativ schnell bis wir starten konnten. Ein paar schnelle Schritte und man ist schon in der Luft. Der Flug hat ungefähr 10 Minuten gedauert und war wunderschön. Wer mag, kann sich das Video anschauen. Von oben sieht alles so geordnet aus in der Welt… 🙂

Tag 8 – Gasselseen – (Nachmittag)

Nach dem Tandemgleitschirmflug am Vormittag hatte ich am Nachmittag noch Zeit für eine kleine Wanderung. Das Wetter sah auch noch sehr gut aus, so dass ich mit dem Auto bis zur Eiskarhütte gefahren bin. Dann ging es zu Fuß weiter bis zur Reiteralm und Gasslhöhhütte. Dort liegt der Speichersee als Ausgangspunkt für eine ca. 2,5 Stunden lange Rundwanderung. Zunächst führt der Weg über einen kleinen Berg und dann relativ steil bis zum Spiegelsee. Bei blauem Himmel spiegelt sich dort das Dachsteinmassiv. Leider war es dort aber sehr bewölkt. Vom Spiegelsee steigt man weiter hoch zum Obersee. Hier hat man die Wahl einen Abstecher zum Schobergipfel (2133m) zu machen. Mir war es dafür aber schon zu spät und für den Nachmittag waren auch Gewitter angesagt. Deshalb blieb ich auf dem Rundweg, der einen zunächst auf den Rippeteckgipfel (2126m) bringt. DerAbstieg führt von dort aus über einen Kamm in Richtung Gasslhöhgipfel (2001m). Der restliche Weg zurück zu den Hütten ist dann noch einmal etwas steiler im Abstieg. Gerade unten angekommen gab es einen ersten kleinen Regenschauer. Also machte ich eine Pause und habe Steirerkas probiert. Einen Käse der aussieht wie Paniermehl und den man auf Brotscheiben mit Butter isst. Sehr pikant aber lecker.

Der Speichersee

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Im Spiegelsee spiegeln sich leider heute nur Wolken

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Am Obersee

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Auf dem Kamm zum ersten Gipfel

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Am Rippeteckgipfel auf 2133 Meter

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Auf dem weiteren Weg zur Gasslhöh

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Gasslhöhgipfel – 2001 Meter

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Bin sehr gespannt auf Morgen… Gute Nacht