Von Oberstdorf auf die Zugspitze

Für meine zweite Woche in den Bergen hatte ich mich erneut für eine geführte Gruppenwanderung der Alpinschule Oberstdorf entschieden. Diesmal sollte es von Oberstdorf durch das Tannheimertal und die Ammergauer Berge auf den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze, gehen.

Die Gruppe wurde erneut durch eine Bergführerin, Anna, begleitet und bestand diesmal aus 12 Personen. Nach dem ersten Aufeinandertreffen an der Alpinschule ging es mit der Nebelhornbahn hinauf zur Station Höfatsblick auf knapp 1930m. Über den Zeigersattel dann über den Laufbachereck Weg in Richtung Prinz-Luitpold Haus. Das Wetter war leider immer noch sehr bedeckt und relativ feucht, so dass wir die Hütte gerade noch so vor einem kräftigen Gewitter am Nachmittag erreichten. Umso gemütlicher war die Nacht im frisch renovierten Bettenlager.

Der zweite Tag sollte keine Wetterbesserung bringen. Als erstes stand der Anstieg zur Bockkarscharte an, bei dem wir immer wieder Steinböcke und Gemsen im Nebel zu Gesicht bekamen. Weiter ging es über den Jubiläumsweg zur Lahnerscharte und von dort aus weiter über den Saalfelder Höhenweg und das Kastenjoch zu Landsberger Hütte. Der geplanten Abstecher zum Schrecksee fiel leider der schlechten Wetterprognose und der dadurch erhöhten Gewittergefahr zum Opfer. Die Landsberger Hütte liegt über dem Traualpsee und hatte eher den Charme und die Gastfreundschaft einer Bahnhofshalle, was aber die Stimmung nicht trüben konnte. Für die Übernachtung stand ein geräumiges Lager zur Verfügung. An diesem Abend stieß die Mutter der Bergführerin spontan zur Gruppe und sollte uns die nächsten zwei Tage begleiten. Da die Gaststube nicht sehr gemütlich war gingen die meisten schon vor der Hüttenruhe in ihre Schlafsäcke.

Der Morgen des dritten Tages begann mit einem rutschigen Abstieg über den Traualpsee zum Vilsalpsee, an dessen Ufern das Wetter etwas Sonne übrig hatte, so dass die Pause am See etwas länger ausfiel und wir sogar die Sonnencremé herausholen mussten. Auf dem Forstweg entlang schlängelt sich der Weg nach Tannheim. Nach einer Mittagspause in Grän liefen wir weiter zur Füssner Jöchl Gondelbahn, welche uns im Regen den Berg hinauf bringen sollte. Der einstündige Abstieg zum Tagesziel, der Otto Mayer Hütte, war dann ein gemütliches Auslaufen. Die Otto Mayr Hütte war nach der eher kargen Unterkunft vom Vortag ein absoluter Lichtblick. In dieser DAV Hütte fühlt man sich mehr als Gast in einem Privathaus oder Hotel. Die sehr freundliche Hüttenwirtin besticht mit sehr guten Essen und wird von ihren bezaubernden Kindern im Service unterstützt. Das Bettenlager war klein aber fein und die gesamte Hütte sehr sauber und urgemütlich.

Am vierten Tag folgte der Abstieg zur Bärenfalle, wo uns ein Kleinbus in Empfang nahm und nach Füssen zur Tegelbergbahn am Fuße des Schloss Neuschwansteins brachte. Mit der Gondelbahn fuhren wir auf den Tegelberg. Nach einer kleinen Pause ging es über den Naturlehrpfd zum Ahornsattel und von dort aus weiter über zahlreiche Serpentinen hinauf zum Niederstraußbergsattel. Die dunklen Wolken am Himmel zogen immer mehr zu, so dass wir immer mehr mit einem Gewitter rechnen mussten. Der Abstieg vom Sattel erfolgt über ein langgestrecktes Geröllfeld und erforderte höchste Konzentration und Trittsicherheit. Über den menschenleeren Schwangauerkessel, den Gabelschroffensattel und das Gumpenkar weiter hinab in Richtung Kenzenhütte. Erst die letzten 20 Minuten vor dem Tagesziel öffneten sich alle Schleusen im Himmel und wir kamen trotz Regenjacken durchnässt an der Hütte an. Zum Glück gab es in der sehr schönen und gemütlichen Hütte einen Trockenraum der seinen Namen auch verdient hat. Ein kleiner Holzofen sorgte dort für genügend Wärme, so dass alle Sachen über Nacht wieder trocken wurden. Bei gutem Essen wurde es dann noch ein gemütlicher und lustiger Abend.

Das Wetter hatte sich über Nacht etwas beruhigt und der Morgen startete sogar mit etwas Sonne. Der Weg am Anstieg zum Bäckenalmsattel führte uns durch urwaldartige und feuchte Wege und sollte sich im Abstieg in Richtung Linderhof nicht ändern. An der Fahrstraße angekommen brachten uns drei Taxen nach Garmisch in die Ludwigsstraße, wo unsere Mittagspause etwas länger ausfiel, da sich mehrere aus der Gruppe neue Bergschuhe besorgen mussten. Die Kombination aus Sonne, Nässe und Trockenraum hatte einigen Sohlen den Rest gegeben. Zu Füß ging es anschliessend erst zur Olympiaschanze und dann weiter zum Einstieg in die Partnachklamm. Leider waren außer uns  noch gefühlte 1000 Touristen an und in der Klamm, so dass es eher ein Durchschieben anstatt Durchlaufen war. Unmittelbar nach der Klamm ebbt dieser Touristenstrom wieder ab und der Weg durchs Reintal wird immer menschenleerer und ruhiger. Bis zur Bockhütte läuft man fast nur auf einer Forststraße. Danach wird der Weg schmaler. Die Reintalanger Hütte machte auf den ersten Blick einen chaotischen Eindruck und sollte aber im Laufe des Abends die positive Überraschung auf dieser Tour werden. Geführt wird die Hütte von einem internationalen sehr gechillten jungen Team. Nach dem Abendessen spielte die Küchencrew ein einstündiges Konzert und die Stimmung im Gastraum war grandios. Erst weit nach der Hüttenruhe leerte sich der Gastraum. Für unsere Gruppe gab es ein winziges Lager für 12 Personen. Zum Glück war die Nacht nicht zu lang.

Direkt nach dem Frühstück ging es am letzten Tag los. Immerhin standen heute 1500 Höhenmeter auf dem Programm bevor man am Ende dieser Reise hoffentlich oben auf der Zugspitze ankommen sollte. Sogar die Sonne begleitete uns die ersten zwei Stunden bis zur Knorrhütte, bevor die Wolken und der Nebel wieder die Oberhand gewannen. Gegen 10:00 Uhr trafen wir an der Knorrhütte für eine kurze Pause ein. Von dort aus ging es hoch auf den Schneefernergletscher, der aber leider kaum noch aus Eis, sondern viel mehr aus Geröll und letzten Schneefelder besteht. Zwei Stunden geht der Weg mit vielen Aufs und Abs, bis man an der Sonn-Alpin Bahn ankommt. Die letzte Stunde ändert sich der Weg schlagartig und erfordert noch mal volle Konzentration und vorallem Kondition. Über ein sehr steiles Geröllfeld kämpft man sich bergauf zu unzähligen, drahtseilversicherten Steinkehren mit diversen Kletterpassagen, bevor man über einen letzten Grat an der Grenze zu Österreich läuft. Mit jedem Schritt wurde der Nebel dichter, so dass ich gegen Mittag ziemlich entkräftet an der Plattform vor der Münchner Hütte ankam. Die Gruppe hatte sich aufgrund der unterschiedlichen Konditionen im Anstieg verteilt, so dass erst Nach und Nach alle oben eintrafen und sich beglückwünschten. Leider ist die Zugspitze durch drei unterschiedliche Bergbahnen erschlossen, gleicht eher einer Betonwüste und ist an Hässlichkeit fast nicht zu überbieten. Hunderte Menschen lassen sich bequem hinauf- und wieder runterfahren und schauen uns Bergsteiger nur ungläubig an. Zum Glück haben wir uns dort nicht lange aufgehalten und haben zügig die Bahn nach Ehrwald genommen. Von dort aus wurden wir mit einem Bus zurück nach Oberstdorf gefahren.

Auf dieser Tour war eher der Weg das Ziel. Und für mich persönlich war es auch eine Grenzerfahrung in Sachen Kondition und Belastbarkeit. Das Wetter und die Landschaften waren im Vergleich zur ersten Woche komplett anders.

Servus bis zur nächsten Tour!

Hier ein paar Eindrücke der Tour

Auf dem Weg zum Prinz-Luitpold Haus

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Im Anstieg zur Bockkarscharte

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Durch dichten Nebel und immer wieder kleineren Schauern…

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…zur Landsberger Hütte

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Am Vilsalpsee

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Im Tannheimer Tal

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Mit der Gondelbahn auf das Füssner Jöchel

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Otto-Mayr Hütter

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Abstieg zur Bärenfalle

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Am Tegelberg

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Weiter auf dem E4 in Richtung Kenzenhütte

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Den Anstieg zum Niederstraußbergsattel vor Augen

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Kenzenhütte

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Erster Anstieg des Tages

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In Garmisch Partenkirchen

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Durch die Partnachklamm

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Durch das Reintal zur Reintalanger Hütte

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In allen Fluren trocknet die Wäsche : )

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Musikalischer Weckruf

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Hüttenmusik

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Sonne am Morgen des Anstiegs zur Zugspitze

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An der Knorr Hütte

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Mondlandschaft am Schneefernergletscher

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Im letzten Anstieg mit Blick auf die Sonn-Alpin Bahn

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Drahtseilversicherung

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An der Grenze zwischen Deutschland und Österreich

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Am Ziel einer langen Reise

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Zugspitze Gipfel

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Das obligatorische Gruppenfoto am Ende der Tour

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Von Oberstdorf zur Silvretta (Piz Buin)

ODER: MIT ASKA AUS ALASKA AUF DEN PIZ BUIN

Bereits einen Tag vor Tourenstart bin ich gemütlich nach Oberstdorf angereist und habe eine Nacht im Tal verbracht um am ersten Tag ausgeruht und fit in die 6-tägige Hüttenwanderung starten zu können.

Am Vormittag stand das Treffen der Gruppe an der Alpinschule Oberstdorf an. Als Bergführerin sollte uns Erika begleiten, die ihre Husky-Hündin Aska dabei hatte. Aska war direkt von Beginn der Tour die stille Anführerin und Motivationshilfe und sollte im Laufe der Reise immer wieder für komische, aber auch spannende Momente sorgen.

Die Gruppe, 10 Teilnehmer plus Bergführerin und Hund, war ein bunter Haufen und verstand sich auf Anhieb sehr gut, so dass sich eine unkomplizierte und gelöste Stimmung durch die ganze Woche zog.

Nach dem obligatorischen Wiegen der Rücksäcke und einer kleinen Vorstellungsrunde machten wir uns direkt auf den Weg zum Bahnhof um mit dem Bus ins Kleinwalsertal zum Startpunkt der Tour zu fahren. Bei leicht bewölktem Himmel ging es zunächst durch das relativ flache aber wunderschöne Gemsteltal zur Hinteren Gemstelhütte. Hinter der Hütte wird der Weg zunehmend steiler und man benötigt ungefähr eine Stunde hinauf bis zur Widdersteinhütte am Fuße des Großen Widdersteins. Nach einer Einkehr folgte der kurze und einfache Abstieg nach Warth, wo schon ein Kleinbus auf uns gewartet hat um uns nach Zug ins Lechtal zu fahren. Dort sollte der erste Tag gemütlich in einem Gasthof ausklingen.

Der zweite Tag begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel und klarer Luft. Vorbei am Fischteich ging es sanft ansteigend durch das stille Tal zum Stierloch auf knapp 2000m. Zur Ravensburgerhütte, von der man einen wunderschönen Blick auf den Spullersee hat, war es dann nur noch ein Katzensprung. Nach einer Erfrischung auf der Terasse folgte dann an den Abstieg, vorbei am See, in Richtung Langen am Arlberg, wo wir gegen Mittag und bei mittlerweile sehr warmen Temperarturen ankamen und unsere Trinkflaschen bei einer sehr netten Frau im Garten auffüllen durften. Vorbei am Bahnhof liefen wir dann zum zweiten Anstieg des Tages hinauf zur Kaltenberghütte. Nach ungefähr Zweidrittel des Weges kehrten wir noch auf der Oberen Bludenzer Alpe ein. Die Alpe ist sehr klein und ursprünglich, aber dafür umso herzlicher und gemütlicher. Für einige aus der Gruppe gab es dort noch eine kleine private Schnaps- und Likörverköstigung von der Chefin persönlich. Die Kaltenberghütte erreichten wir am Nachmittag und waren froh nach diesem heißen Tag die Füße in der kühlen Abendstimmung hochlegen zu können. Der Sonnenuntergang und der Blick auf die umliegenden Berge und hinunter ins Tal war wunderschön. Geschlafen wurde hier in gemütlichen Bettenlagern, begleitet vom unermüdlichen Plättschern des Brunnen vor der Hütte.

Am dritten Tag ging es schon früh steil bergauf zur Krachelspitze auf ca. 2700m. Dazu mussten auch einige Altschneefelder gequert werden. Oben angekommen wurden wir mit einer grandiosen Fernsicht belohnt. Auch an diesem Tag sollte das Wetter mitspielen und uns einen blauen Himmel schenken. Ein kurzer aber anspruchsvoller Abstieg führte uns zum türkisfarbenen und glasklaren Gletschersee, welchen wir umrundeten um den gegenüberliegenden Anstieg zum Gestanzjoch anzugehen. Mit Blick auf den Pateriol ging es von dort aus an den langen Abstieg zur Kontanzer Hütte. Die Vegetation änderte sich zunehmend und es wurde immer grüner und vielfältiger um uns herum. Die sehr schöne und unerwartet moderne Hütte erreichten wir gegen Nachmittag. Auch hier verbrachten wir die Nacht in Bettenlagern, aber nicht ohne noch gemütlich und lustig zusammen die Abendstimmung auf der Terasse zu genießen.

Auch der vierte Tag startete mit blauem Himmel. Fast den gesamten Vormittag schlängelte sich der Weg durch das anfangs schattige aber später sonnige und grüne Schönverwalltal an dessen Ende wir eine ausgiebige Pause im Gras gemeinsam mit unzähligen Murmeltieren eingelegt haben. Schon von Beginn an der Tour begleiteten uns die Warnpfiffe dieser süssen Tierchen. Immer wenn Aska vorraus lief warnten sich ganze Stämme von Murmeltieren mit diesen charakteristischen Pfiffen vor der vermeindlichen Gefahr. Weinbergschnecken haben diese Fähigkeit leider nicht, die hat Aska nämlich des öfteren zum Frühstück verspeist, Murmeltiere dagegen nicht. Nach der Pause folgte ein kleiner Anstieg auf dem Weg zur Neuen Heilbronner Hütte, wo wir eine kleine Einkehr geplant hatten. Nach einem Erfrischungsgetränk und frisch aufgelegter Sonnencremé ging es weiter zur Verbella-Alpe zum Mittagsessen. Bretteljausen mit Speck und Käse standen hier auf dem Programm. Anschliessend ging es vorbei am Wiegensee zum Stausee Koops. Mit dem Postbus fuhren wir dann auf der Hochalpenstrasse bis zur Biehlerhöhe am Silvrettastausee. Der Nachmittag hatte es dann noch ein mal in sich. Vorbei am See ging es auf dem wunderschönen Wanderweg eine gefühlte Ewigkeit tief ins Tal hinauf zur Wiesbadner Hütte, unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Erschöpft und glücklich blickten wir von der Terasse zum Ochsentalgletscher und zum Gipfel des PizBuin. Noch vor dem Abendessen erfolgte die Ausgabe der Klettergurte und Steigeisen, welche für den nächsten Tag Bestandteil unserer Ausrüstung sein sollten. Voller Vorfreude und Aufregung fielen alle nach dem Abendessen schon früh in ihre Betten.

Der Höhepunkt dieser Tourenwoche stand am fünften Tag mit der Besteigung des Piz Buin an. Leider hatte das Wetter umgeschlagen, so dass wir uns bei tiefhängenden Wolken am frühen Morgen auf den Weg zur Grünen Kuppe machten. Aus dem Tal waren noch zwei weitere Bergführer zu unserer Gruppe gestossen um die Möglichkeit zu haben in zwei Seilschaften zu gehen. Schon in der ersten Stunde auf dem Weg zum Gletscher fing es an zu regnen. Nun hieß es zum ersten Mal in dieser Woche die Regenhosen und Regenjacken aus den Rucksäcken zu holen. Am Eintieg des Gletschers teilten wir uns in zwei Seilschaften auf. Die Steigeisen waren nicht notwendig, da es eine dicke Schneeschicht auf dem Eis gab. In den nächsten zwei Stunden kämpften wir uns durch den Regen und Wind bis zur Buinlücke an der Grenze zur Schweiz auf knapp 3000m Höhe. Durchgefroren und durchnässt standen wir am letzten Anstieg zum Gipfel, welcher eine weitere Stunde durch loses Geröll bedeutet hätte. Gemeintschaftlich entschlossen wir uns aber für den Abbruch der Gipfelbesteigung, und den Rückweg, da es bei diesen Witterungsbedingungen einfach zu gefährlich gewesen wäre weiter aufzusteigen. Der Abstieg über den Gletscher war dann noch mal lustig und spannend zu gleich. Als letzter in unserer Seilschaft bin ich dann noch bis zur Hüfte in eine Gletscherspalte gefallen, konnte mich aber dank Eispickel zur Belustigung der Gruppe selber herausziehen. Die letzten Meter hinab ging es dann ohne Seil, dafür aber in großen Mamutschritten durch den kniehohen unberührten Schnee rasant bergab. Was für ein Spaß. Um eine große Erfahrung reicher und voller Respekt schauten wir zurück auf den Gletscher und den Berg. Auf dem Rückweg zur Hütte nahmen wir dann noch einen Umweg über mehrer Eisfelder und vorbei an Wasserfällen. Am Nachmittag trafen dann alle Gruppen wieder auf der Terasse der Hütte zusammen und philosophierten über diesen spannenden Tag. Auch wenn wir diesmal nicht am Gipfel waren, überwog ein Glücksgefühl und von Enttäuschung war keine Spur. Auch Aska hatte ihren Spaß im Schnee gehabt und war in der zweiten Seilschaft mit aufgestiegen. Verrückter Hund.

Geschafft und etwas traurig darüber, dass diese Woche so schnell verflogen war, standen wir alle am letzten Morgen für ein Gruppenfoto zusammen vor der Hütte. Etwas stiller als sonst folgte dann der Abstieg über die Fahrstrasse zurück zur Biehlerhöhe. Von dort aus ging es dann mit dem Postbus über unzählige Serpentinen hinunter nach Partennen, wo wir in einen von der Alpinschule organiserten Kleinbus umgestiegen sind, der uns dann bis nach Oberstdorf gebracht hat. Auch wenn wir alle mit dem Piz Buin noch eine Rechnung offen haben, war diese Tour eine tolle Erfahrung. Vier Tage grandioses Wetter, eine tolle Stimmung und wunderschöne Landschaften waren unsere Begleiter. Für mich folgte ein Ruhetag in Oberstdorf bevor es in eine weitere Wanderwoche mit der Alpinschule Oberstdorf gehen sollte…

Hier ein paar Eindrücke dieser Tour:

Der Weg durch das Gemsteltal

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Der Weg hinunter nach Warth

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Am Morgen im Lechtal

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Auf dem Weg zur Ravensburger Hütte

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Blick auf den Spullersee

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Bei wolkenlosem Himmel vorbei am Spullersee zum Abstieg nach Langen am Arlberg

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Eine aufmerksame Murmeltierfamilie

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Über wunderschöne Wiesen mit grandiosem Bergblick

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Vorbei an unzähligen glücklichen Kühen

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Ausblick von der Oberen Bludenzer Alpe

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Abendstimmung an der Kaltenberghütte

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Morgenstimmung an der Kaltenberghütte

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Blick hinauf zur Krachelspitze

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Blick zurück zur Kaltenberghütte im Anstieg

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Über kleinere Schneefelder…

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…rauf zur Krachelspitze

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Vorbei am Gletschersee zum Gestanzjoch

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Der Abstieg zur Konstanzer Hütte

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Unser Tagesziel – Die Konstanzer Hütte

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Im morgentlichen Schönverwall

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Auch Aska aus Alaksa (mit eigenem Rucksack unterwegs) braucht mal eine Pause

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Mittagpause an der Verbella Alpe

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Der Weg zur Wiesbadner Hütte mit Blick auf den Piz Buin

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Die Wiebadner Hütte kommt in Sichweite

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Blick auf die Grüne Kuppe und den dahinterliegenden Ochsentalergletscher

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In der Seilschaft im Anstieg auf dem Gletscher

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Blick zur Piz Buin Lücke und Piz Buin

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An der Piz Buin Lücke

 

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Auf dem Rückweg

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Abstieg zur Biehlerhöhe

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Gruppenfoto zum Abschluss der Tourenwoche

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Zwei Touren im Sommer…

Hallo liebe Bergfreunde.

Es gibt Neuigkeiten zu meinen Plänen für den Sommer. Entgegen meiner ersten Ideen zieht es mich doch noch ein mal in Richtung Allgäu, sprich Oberstdorf. Nach langer Überlegung habe ich mich für zwei geführte Hüttenwanderungen in einer Gruppe entschieden. Beide sechstägigen Touren starten und enden im Juli in Oberstdorf und zwischen ihnen liegt nur ein kompletter Ruhetag.

Die erste Tour führt zunächst tief ins Kleinwalsertal und dann über den Hochtannbergpass nach Zug bei Lech. In den folgenden Tagen passieren wir die Roggalspitze, die Krachenspitze, das Gstansjoch und wandern weiter durch das Schönverwall in Richtung Silvretta Stausee. Der Höhepunkt zum Abschluss ist die Besteigung des Piz Buin (3312m) an der Grenze zur Schweiz. Folgende Hütten liegen auf dem Weg: Ravensburger-Hütte, Kaltenberg-Hütte, Konstanzer-Hütte, Heilbronner-Hütte, Verbella-Alpe, Wiesbadener-Hütte.

Bei der zweiten Tour geht es zum Start mit der Gondelbahn hinauf zum Nebelhorn und dann weiter über das Laufbacher-Eck zum Prinz-Luitpold Haus. Am zweiten Tag geht es über den Jubiläumsweg weiter zur Landsberger-Hütte. In den nächsten Tagen führt der Weg vorbei an Traualp- und Visalpsee zum Füssner Jochel und immer weiter in Richtung Garmisch. Diese Reise endet mit der Durchquerung der Partnachklamm und der Besteigung der Zugspitze, dem höchsten Punkt Deutschlands mit 2962m..

Die Vorfreude ist groß und bis zum Start heißt es jetzt noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und gesund bleiben. Den Großteil meiner Ausrüstung habe ich ja bereits zusammen.

Servus und bis bald…

 

Skiurlaub Frühjahr 2016

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Hallo zusammen,

die letzte Woche habe ich spontan in Oberstdorf verbracht. Auf der einen Seite brauchte ich etwas Zeit für mich und auf der anderen Seite wollte ich mal wieder skifahren. Als Unterkunft diente auch diesmal eine Ferienwohnung in der Villa Alpjuwel. Ausgestattet mit einem Skipass für 7 Tage habe ich auch andere Skigebiete im Vergleich zu 2015 ausprobiert.

Am Söllereck bin ich dann die ersten Abfahrten auf gewohnten Pisten unterwegs gewesen und habe mich dann von Tag zu Tag auch an rote Pisten gewagt. Für Anfänger wie mich ist auch der Heuberg ideal. Mit dem Bus ist man schnell an einem der Tallifte und kann dann relativ lange Abfahrten machen. Auch zum Einkehren stehen dort verschiedene Gasthöfe zur Auswahl. Am Nebelhorn war ich auch für einen halben Tag. An der Station Seealpe kann man sich an zwei kurzen blauen Pisten mit Schlepplift warmfahren, bevor es dann weiter mit der Gondel der Nebelhornbahn rauf zur Station Höfatsblick geht. Dort gibt es dann am Koblat eine kleine Auswahl an blauen und roten Piste, die von einem Sessellift beliefert werden. An die schwarze Abfahrt habe ich mich nicht getraut. Erst ab der Seealpe habe ich die rote Talabfahrt bis zur Talstation der Nebelhornbahn gemeistert.

Das in meinen Augen schönste Skigebiet ist die Zweiländerregion Fellhorn und Kanzelwand. Dort habe ich ganze zwei Tage bei besten Wetter verbracht und habe immer noch nicht alles gesehen. Dort sind zwar hauptsächlich rote Pisten, aber alle sind sehr breit und angenehm zu fahren. Mit der Oberen Bierenwangalpe und dem “Adlerhorst” gibt es zwei wunderschöne Möglichkeiten gemütlich in Liegestühlen in der Sonne zu liegen. Unzählige Lifte bringen einen immer wieder an andere Startpositionen, so dass es einem nie langweilig wird und man alle Pisten in verschiedensten Varianten fahren kann. Die Talabfahrt nach Riezlern wurde verbreitert und anfängerfreundlich gemacht.

Am Ifen war ich schon 2015. Dort hatte es mir auch gut gefallen. Leider fehlte mir diesmal die Zeit dafür. Bei meinem nächsten Besuch werde ich dann auch mal zum Walmendingerhorn fahren und die Pisten dort unsicher machen.

Natürlich war die Woche wieder viel zu schnell vorbei, aber zumindest konnte ich etwas durchatmen und Kraft tanken.

Hier wie gewohnt ein paar Fotos…

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Pläne für 2016

Hallo liebe Bergfreunde.

Der Winter hält Einzug und seit meiner kleinen Abenteuerreise im Sommer mit dem E-5 als Höhepunkt sind schon wieder viele Wochen vergangen. Ich zehre aber immer noch von diesem tollen Erlebnis, der Energie der Gruppe und der wundervollen Landschaft. Zur Zeit hat mich der Alltag fest im Griff und es bleibt nur wenig Zeit um die nächsten Touren zu planen. Immer mal wieder, so zwischendurch, stöbere ich aber dennoch im Internet und in Karten um das perfekte Ziel für 2016 zu finden. Es braucht aber noch etwas Zeit bis ich mich entschieden habe. In die nähere Auswahl haben es bisher die Region rund um den Königssee mit dem legänderen Watzmann und dem Steinernen Meer, sowie das Karwendelgebirge geschafft… Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Sommer 2015 – E5 Alpenüberquerung Rückreise & Fazit –

23. Juli 2015

Rückreise & Fazit

Auch am letzten Tag ging es wieder früh los. Schon um 6:00 Uhr saßen alle wehmütig und still beim Frühstück. Pünktlich um 6:45 Uhr setzte sich der Bus in Richtung Oberstdorf in Bewegung. Heute Morgen hatte es dann auch Andrea erwischt, so dass am Ende fast alle aus der Gruppe mal einen schlechten Tag hatten und kränkelten. Um 12:30 Uhr stoppte der Bus vor dem Oase Alpin Büro. Nachdem sich alle verabschiedet hatten ging jeder wieder seines Weges, aber nicht ohne ein zufriedenes Lächeln im Gesicht.

Ich für meinen Teil würde es wieder genauso machen. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, weniger Glück mit dem Hüttenvirus, aber wir hatten jederzeit eine tolle Gruppe in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Innerhalb weniger Tage sind wir ein verschworener Haufen geworden, der sich immer wieder gegenseitig motiviert und gestützt hat. In vielen Momenten war ich sehr demütig und nachdenklich. In mindestens genauso vielen Momenten der glücklichste Mensch der Welt. Ebenso bin ich an meine Grenzen gestoßen und bin stolz am Ende durchgehalten zu  haben. Ein Traum ist mit dieser Tour in Erfüllung gegangen.

Bis zu einer neuen Reise in den Bergen dieser Welt…

Wir laufen barfuß nach Italien

und verkaufen uns´re Schuh.

Setzen uns an den Straßenrand

und hör´n den Grillen zu.

Wir trinken Wein

bei Kerzenschein

tanzen zu Schallplattenmusik.

Machst mir ne´ lange Nase

wart´ ab bis ich Dich krieg´.

(Philipp Poisel)